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DRK übernimmt Federführung der LIGA Saar

DRK übernimmt Federführung der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar

Wohlfahrtsarbeit steht vor großen Herausforderungen in der Pflege und der Behindertenarbeit


Am 13. Dezember 2011 hat der DRK-Landesverband Saarland turnusgemäß die Federführung der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar vom Diakonischen Werk an der Saar übernommen. Dabei machte die LIGA in einer Feierstunde im Bildungszentrum des DRK-Landesverbandes Saarland in St. Ingbert auf ihre sozialpolitischen Maßnahmen aufmerksam. An der Feier nahmen die saarländische Sozialministerin, Monika Bachmann, die Staatssekretärin Gaby Schäfer, der Staatssekretär Sebastian Pini sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft als Gäste teil.

Der bisherige Vorsitzende, Pfarrer Udo Blank vom Diakonischen Werk, warnte vor einem Fachkräftemangel in der Pflege und der pädagogischen Arbeit, der zu Einrichtungs-schließungen führen könne. Eine große Herausforderung sei die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskommission. Sie werde sicher noch große organisatorische und finanzielle Kraftanstrengungen erfordern. Er verwies darauf, dass bei allen Sparbemühungen die Unterstützung für Benachteiligte und Hilfebedürftige nicht auf der Strecke bleiben dürfe. So habe er große Sorge, dass gerade die vorbildhaften ambulanten Betreuungsangebote für Kinder mit Behinderungen, die dem Inklusionsgedanken entsprechen, eingeschränkt werden könnten. Rückblickend stand in den vergangenen zwei Jahren die Bekämpfung von Armut in ihren verschiedensten Ausprägungen in zahlreichen Aktivitäten der LIGA im Mittelpunkt.

 

Günther Batschak wies darauf hin, dass die Schere zwischen arm und reich in Deutschland weiter auseinander klafft. 10 bis 11 Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze bzw. der Armutsgefährdung, das sind fast 14% der gesamten Bevölkerung der Bundesrepublik. Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar, so Batschak weiter, habe sich in den zurückliegenden Jahren intensiv mit der Thematik Armut im Saarland auseinandergesetzt und sei mit der saarländischen Landesregierung in einen Dialog eingetreten, um die Ergebnisse der Sozialstudie Saar und die Vertiefungsstudie „Armut von Kindern und Jugendlichen im Saarland" umzusetzen. Er bietet die enge Zusammenarbeit zwischen der LIGA und der Landesregierung zur Umsetzung der aus den Studien gewonnen Erkenntnisse an.

Das Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt hat, so Batschak weiter, nicht dazu beigetragen, die Zahl der Arbeitslosen zu reduzieren. Es sei eher das Gegenteil der Fall, da durch die Sparbeschlüsse der Bundesregierung die Ärmsten der Gesellschaft betroffen sind, nämlich Langzeitarbeitslose, die ohne öffentliche Förderung kaum Chancen haben, wieder im ersten Arbeitsmarkt anzukommen. Abschließend wies Günther Batschak auf die gesellschaftliche Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements hin. Dabei stellte er klar, dass das Ehrenamt kein Lückenbüßer für den defizitären Staat sein kann und nicht dafür eingesetzt werden darf, den Abbau von sozialen Sicherungssystemen aufzufangen.

Im Mittelpunkt der Feier stand ein Fachreferat von Frau Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Vizepräsidentin des DRK, die in ihrem Vortrag die lange Tradition und gegenwärtige Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege anschaulich darlegte. Sie machte dabei deutlich, dass Freiwilliges Engagement nicht verordnet werden könne und auch nicht als Ausfallbürge für zurückgehende staatliche Unterstützung missbraucht werden dürfe. Menschen, die sich engagieren möchten, suchen sich Tätigkeiten, die sie interessieren und die etwas mit ihrer Lebenssituation zu tun haben. Dies zeigt das wachsende Engagement von und für Ältere sowie in Schulen und Kindergärten. "Hier liegen die Chancen und Herausforderungen für uns als Wohlfahrtsverbände. Mit unseren sozialen Aufgaben und Angeboten können wir Menschen für ein freiwilliges ehrenamtliches Engagement gewinnen, denn unsere Themen sind brisant, aktuell und gesellschaftlich relevant", so von Schenck.

 

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar ist der Zusammenschluss der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Saarland. Ihr gehören an: die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie und die Synagogengemeinde Saar. Das gemeinsame Ziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung der sozialen Arbeit durch gemeinschaftliche Initiativen und sozialpolitische Aktivitäten.

 

Saarbrücken, Dezember 2011

 


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