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Landesstelle für Suchtfragen macht auf den Stellenwert von Suchtprävention aufmerksam

Ein Kampf wie David gegen Goliath


Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland im Alter von 18 bis 64 Jahren weist einen problematischen Alkoholkonsum auf. Jährlich sterben rund 73 000 Menschen infolge ihres Alkoholmissbrauchs, 200 täglich. Anlässlich der Aktionswoche Alkohol 2011vom 21. bis 29. Mai macht Wolfgang Biehl, Sprecher der Saarländischen Landesstelle für Suchtfragen, auf den Stellenwert von Suchtprävention aufmerksam. „Der gerade veröffentlichte Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung hat aufgezeigt, dass gezielte Präventionsmaßnahmen Wirkung haben", sagt Biehl.
Danach geht bei Jugendlichen der regelmäßige Konsum von Alkohol, Nikotin und Cannabis zurück. Doch noch sei keine Entwarnung in Sicht, betont Biehl. Die Zahlen seien weiterhin alarmierend. So tranken 2010 rund 13 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal in der Woche Alkohol. Rauschtrinken sei unter Jugendlichen immer noch weit verbreitet. Deshalb müsse weiterhin Überzeugungsarbeit vor allem bei Jugendlichen geleistet werden.
Biehl wies auf die Arbeit der sechs regionalen Präventionsfachstellen im Saarland hin. Die Einrichtungen haben im Jahr 2010 in 1179 Maßnahmen insgesamt 11 834 Personen erreicht. Beispielhaft für die landesweite Zusammenarbeit und Kooperation der Suchtpräventionsfachstellen ist das Kunstprojekt „Zwischenraum". Dabei arbeiteten Künstlerinnen und Künstler, Pädagoginnen und Pädagogen mit Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren aus dem ganzen Saarland , die sich auf kreative Weise mit dem Erwachsenenwerden, ihrer Haltung zum Rauchen und zu Suchtmitteln und ihrem Konsumverhalten auseinandersetzten.
„Angesichts der Sparbeschlüsse der Landesregierung im sozialen Bereich warne ich davor, im Bereich der Suchtprävention Kürzungen vorzunehmen", sagt Biehl. Stattdessen müsse die finanzielle und personelle Ausstattung in den Fachstellen verbessert werden. „Angesichts der immer offensiveren Werbung für Alkohol, Tabak oder Glücksspiel ist Prävention ein Kampf wie David gegen Goliath", sagt Biehl.

 

Träger der sechs Suchtberatungsstellen im Saarland sind die Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V. in Saarbrücken, der AWO Landesverband mit Beratungsstellen in Merzig, Saarlouis und Homburg, der Caritasverband Schaumberg-Blies mit der „BRIGG" in Neunkirchen und die Stiftung Hospital mit dem „Knackpunkt" in St. Wendel.
Die Saarländische Landesstelle für Suchtfragen ist Bestandteil der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Saar. Sie hat die Aufgabe, den Erfahrungsaustausch im Bereich der Suchtkrankenarbeit zwischen den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege zu intensivieren sowie für Initiativen und Kooperationen Sorge zu tragen. In Erfüllung dieser Aufgaben soll sie Maßnahmen zur Prävention sowie geeignete Hilfen und Initiativen für Suchtgefährdete und Suchtkranke fördern und koordinieren. Sie soll die Öffentlichkeit und die verantwortlichen Institutionen auf die Anliegen und Möglichkeiten der Suchtkrankenarbeit aufmerksam machen, für ihr Anliegen werben und bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen mitwirken.
Die Saarländische Landesstelle für Suchtfragen arbeitet mit der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen zusammen, sie ist Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesstellen für Suchtfragen.

 


Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar ist der Zusammenschluss der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege im Saarland. Ihr gehören an: die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie und die Synagogengemeinde Saar. Das gemeinsame Ziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung der sozialen Arbeit durch gemeinschaftliche Initiativen und sozialpolitische Aktivitäten.

 

Saarbrücken, Mai 2011

 


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