Aktuelles

Kinderarmut wirksam bekämpfen

Kinderarmut wirksam bekämpfen


Vor dem Hintergrund der aktuellen Umfrageergebnisse von infratest dimap zur Kinderarmut in Deutschland, erneuert die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Saarland ihre Forderungen zur Bekämpfung von Kinderarmut.

„Der breiten Bevölkerung scheint das Problem Kinderarmut stärker bewusst zu sein als der Politik. Und sie erwartet, dass die Politik endlich handelt", sagt Ines Reimann-Matheis, Vorsitzende der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar. In der vom Deutschen Kinderhilfswerk in Auftrag gegebenen Umfrage hatte sich eine große Mehrheit für bessere Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut ausgesprochen und bereit erklärt, dafür auch mehr Steuern zu zahlen.

„Die Forderung des Deutschen Kinderhilfswerks nach einem Nationalen Programm zur Bekämpfung von Kinderarmut ist richtig. Wir brauchen eine wirksame Kindergrundsicherung, die das Existenzminimum von Kindern sicherstellt. Kinderarmut kann effizient und nachhaltig nur bekämpft werden, wenn alle Maßnahmen in einem Gesamtkonzept gebündelt werden und ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen", so Reimann-Matheis. „Dies gilt auch auf Landesebene. Zur Armutsbekämpfung brauchen wir gemeinsame Anstrengungen von Land, Landkreisen, Städten, Gemeinden und der Wirtschaft. Damit alle Kinder in unserem Land gleiche Chancen haben, sind nicht nur die Sozial- und Bildungspolitik gefordert, sondern auch die Bereiche Arbeitsmarkt und Beschäftigung. Denn Kinderarmut ist immer auch Familienarmut."

Im Saarland ist jedes fünfte Kind von Kinderarmut betroffen, wie die von der Landesregierung in Auftrag gegebene Studie zur Armut von Kindern und Jugendlichen im Saarland gezeigt hatte, mehr als im Bundesdurchschnitt. Besonders betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden, aus Familien mit drei und mehr Kindern, Familien mit Hartz-IV-Bezug oder mit Migrationshintergrund. Kinder aus armen Familien leben oft unter schlechten Wohnbedingungen, sind von Bildungs- und Freizeitangeboten ausgegrenzt und haben weniger Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe.

Hintergrund:

Der für 2013 veröffentlichte Aktionsplan zur Armutsbekämpfung der Landesregierung geht für die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege nicht weit genug. Sie fordert unter anderem mehr Investitionen in Bildung und Betreuung wie den Ausbau der Kinder- und Jugendhilfe vor allem im präventiven Bereich, mehr ganztägige Betreuungsangebote in Kitas und Schulen sowie Beitragsfreiheit in Kindertagesstätten.

Die vom Deutsche Kinderhilfswerk in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage hatte deutlich gemacht, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland umfassende Veränderung von politischen Rahmenbedingungen fordert, um Kinderarmut zu bekämpfen:
Drei von vier Befragten sind der Ansicht Staat und Gesellschaft engagierten sich hier zu wenig. Neben Lehrmittelfreiheit (97 %), mehr Fachkräften und Sozialarbeit (94 %) sowie kostenlosen Essen in Kita und Schule (86 %) und kostenloser Ganztagsbetreuung (84 %) werden auch eine Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze (70 %) und des staatlichen Kindergeldes gefordert. Zwei Drittel der Befragten wären bereit mehr Steuern zu zahlen, wenn das Problem der Kinderarmut in Deutschland wirksam bekämpft würde.

Saarbrücken, 16. Januar 2014


Ernst-Abbe-Straße 1 | 66115 Saarbrücken | Tel: 0681 9672875 | info@liga-saar.de

Copyright © 2019 LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar. Alle Rechte vorbehalten. Impressum und rechtliche Hinweise