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LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar positioniert sich zur absehbaren Einrichtung eines AnKER-Zentrums in der Landesaufnahmestelle Lebach

LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar positioniert sich zur absehbaren Einrichtung eines AnKER-Zentrums in der Landesaufnahmestelle Lebach 

 

Zum Tag des Flüchtlings, dem 28. September 2018, positioniert sich die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar zur Einrichtung eines so genannten AnKER-Zentrums in der Landesaufnahmestelle Lebach.

„Die bisher bekannten Planungen für AnKER-Zentren widersprechen in vielerlei Hinsicht den Grundsätzen einer menschenrechtskonformen Flüchtlingspolitik. Wir setzen aber auch auf die klaren Positionen der Landesregierung, den offenen Charakter der Landesaufnahmestelle Lebach bei der Einrichtung eines AnKER-Zentrums nicht zu verändern“, so der Vorsitzende der LIGA Saar, Bernward Hellmanns.

„Es wurde zugesagt, keine Zäune in der Landesaufnahmestelle zu errichten und damit die Flüchtlinge nicht von den Einheimischen abzuschotten“, so Hellmanns weiter.

Weiterhin fordert die LIGA Saar eine neutrale Sozial- und Asylverfahrensberatung in der Landesaufnahmestelle. Gerade wenn zukünftig vermehrt Personen ohne Bleibeperspektive in Lebach verbleiben, bedarf es unabhängiger Beratungsstellen, die durch ihre vielfältigen Angebote den Geflüchteten alle möglichen Perspektiven, auch bezüglich einer möglichen Rückkehr ins Heimatland, aufzeigen, die sie beraten und begleiten.

Als problematisch wertet die LIGA Saar auch die in den AnKER-Zentren vorgesehene Aufenthaltsdauer der Flüchtlinge von bis zu 18 Monaten, die Ungewissheit und Perspektivlosigkeit mit sich bringt. Die Aufenthaltsdauer sollte nach Auffassung der LIGA Saar auf wenige Monate begrenzt sein.

Auch erwartet die LIGA Saar Konzepte und Aktivitäten der Landesregierung für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge wie zum Beispiel Kinder und Jugendliche, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, allein reisende Frauen mit oder ohne Kinder, und behinderte und traumatisierte Menschen. So müssen der Kindergarten- und Schulbesuch und die jeweils adäquate Unterbringung sowie geeignete Rückzugsmöglichkeiten gewährleistet sein. Ein umfassendes Schutzkonzept muss umgesetzt werden.

Keinesfalls dürfen allein reisende Kinder und Jugendliche in der Landesaufnahmestelle untergebracht werden. Sie müssen in geeigneten Einrichtungen nach Jugendhilfestandards begleitet werden.  

Schließlich fordert die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar die Bereitstellung psycho-sozialer Versorgungsangebote für geflüchtete Menschen in der Landesaufnahmestelle. Ein entsprechendes Clearing und eine Erstversorgung muss schon frühzeitig bei der Aufnahme der Flüchtlinge geschehen. Insbesondere die geflüchteten Menschen mit unsicherer Bleibeperspektive leben in einem Zustand der Perspektivlosigkeit, massiver psychischer Belastungen und Ängste und benötigen dem entsprechend Begleitung.

 

Saarbrücken, 28. September 2018

 

 


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