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LIGA Saar kritisiert die neuen Regelungen zur Freiwilligen Ganztagsschule

Qualität bleibt auf der Strecke

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar kritisiert die neuen Regelungen zur Freiwilligen Ganztagsschule im Saarland. „Mit Bedauern müssen wir feststellen, dass die bedarfsgerechte Genehmigung der Gruppen nun auf Kosten der Qualität geht", sagt Dieter Ehre aus dem Fachausschuss Freiwillige Ganztagsschule. Ohne Rücksprache mit den Trägern habe das Bildungsministerium eine Lösung präsentiert, die eindeutig zu Lasten der betreuten Kinder gehe. Um weitere Gruppen zu finanzieren, würden keine zusätzlichen Mittel aufgebracht, sondern die Mittel für die Förderung pädagogischer Projekte, die für die inhaltliche Gestaltung der pädagogischen Arbeit außerordentlich wichtig sind, gestrichen.

Bisher hatte die Landesregierung 75 Euro pro Jahr für jede Schülerin und jeden Schüler bereitgestellt, um musische, kulturelle, sportliche und soziale Bildungsangebote in Vernetzung mit dem jeweiligen Gemeinwesen zu entwickeln. „Gerade diese Projekte unterstützen die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, da vielfach die erforderlichen familiären Bedingungen und Strukturen nicht mehr ausreichend gegeben sind", sagt Ehre. Außerdem sei so das Interesse an örtlichen Vereinen gefördert worden. All das drohe nun durch die Streichung dieser Mittel zusammen zu brechen.

Eine weitere, deutliche Qualitätsminderung trete an den Standorten auf, die aufgrund gestiegener Nachfrage größere Gruppen einrichten müssten, sagt Ehre. Während der Hausaufgabenzeit und der übrigen Betreuungszeit stehe damit den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch weniger Zeit für das einzelne Kind zur Verfügung.

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar hatte die Beitragsfreistellung der Eltern für die „Freiwillige Ganztagschule" grundsätzlich begrüßt, aber schon im Planungsstadium auf die zu erwartende steigende Zahl der Anmeldungen hingewiesen. Die neue Regelung gehe aber nun mit einer deutlichen und schmerzhaften Angebotsverschlechterung für die Kinder einher, betont Ehre. „Dem ursprünglichen bildungspolitischen Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der gleichberechtigten Förderung aller Kinder werden damit deutliche Grenzen gesetzt."

Saarbrücken, August 2010

 

 


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