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Wohlfahrtsverbände sprechen sich gegen eine Kommerzialisierung des Glücksspiels aus

Staatliches Monopol erhalten


Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege fordert die saarländische Landesregierung auf, sich für den Erhalt des staatlichen Monopols beim Glücksspiel einzusetzen. Durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes im September dieses Jahres ist in Deutschland eine Neuregelung notwendig.
Aus Sicht der LIGA Saar sollte der neue Staatsvertrag, der derzeit zwischen den Bundesländern ausgehandelt wird, auch auf private Sportwetten und Glücksspielangebote im Internet erweitert werden. Auch das gewerbliche Automatenspiel in Spielhallen, als das derzeit problematischste Glücksspiel, müsse in eine neue Gesamtregelung einbezogen werden.
In einem Schreiben an den saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller lautet es: „Wir möchten Sie eindringlich bitten, Ihren Entscheidungsspielraum bei der anstehenden notwendigen Gesamtregelung des Glücksspiels zu nutzen, um ein kohärentes und konsistentes Gesamtsystem zur Bekämpfung von Spielsucht zu schaffen. Mit dem Europäischen Gerichtshof halten wir das staatliche Monopol des Glücksspielmarktes für das richtige Instrument, um die übergeordneten Zielsetzungen des Spielerschutzes, des Jugendschutzes und der Suchtbekämpfung zu erreichen."
„Wird das Glücksspielwesen in Deutschland weiter kommerzialisiert, sind unabwägbare, schädliche Folgen für die Bevölkerung und eine Ausweitung der Glücksspielsucht mit ihren immensen privaten und sozialen Folgekosten zu befürchten", sagt LIGA-Vorsitzender, Diakonie-Pfarrer Udo Blank. Nach einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es derzeit bundesweit 100.000 bis 300.000 Glücksspielsüchtige, nach Angaben der Landesfachstelle Glückspielsucht im Saarland etwa 3.000 Glücksspielsüchtige und bis zu 4.100 Personen mit problematischem Spielverhalten. Viele Glücksspielsüchtige werden in eine Schuldenspirale verwickelt, die langfristig nicht selten in die Kriminalität führt. Von daher ist ein Glücksspielangebot abzulehnen, das allein aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt.
Gleichzeitig trage der derzeitig noch gültige Glücksspielvertrag erheblich zur Sicherung der sozialen Strukturen im Saarland bei, so die LIGA Saar. So fördert Saartoto soziale und kulturelle Maßnahmen mit über 42 Millionen Euro pro Jahr. Ein Einbruch dieser Förderung durch eine Kommerzialisierung des Glücksspiels würde zahlreiche kleine und große soziale Aktivitäten im Land gefährden. Die wirtschaftlichen Belastungen für den Landeshaushalt und die Verbände nähmen erheblich zu. Eine solche Entwicklung wäre angesichts der sozialen Herausforderungen und Finanzproblemen des Landes unverantwortlich, so Blank.

Die LIGA der freien Wohlfahrtspflege Saar ist der Zusammenschluss der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege im Saarland. Ihr gehören an: die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie und die Synagogengemeinde Saar. Das gemeinsame Ziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung der sozialen Arbeit durch gemeinschaftliche Initiativen und sozialpolitische Aktivitäten.

Saarbrücken, November 2010


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