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Vereinbarkeit von Familie und Beruf braucht gute Kita-Qualität - Aktionswoche in den saarländischen Kindertagesstätten vom 12.-16. Oktober 2015

Jedes Kind hat ein Recht auf Erziehung, Bildung und Betreuung

Anlässlich der Aktionswoche „Qualitätssicherung in saarländischen Kindertagesstätten" vom 12. bis 16. Oktober 2015 erklärt Ines Reimann-Matheis (AWO), Vorsitzende der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar: „Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann nur funktionieren, wenn die Qualität der Kinderbetreuung stimmt. Viele Kinder verbringen fast den ganzen Tag in der Kita. Umso wichtiger ist der Ausbau der Qualitätsstandards, um die Kinder zu fördern und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden."

Kindertagesstätten übernehmen immer mehr Aufgaben und gewinnen zunehmend an familien- und gesellschaftspolitischer Bedeutung. Um den gestiegenen Aufgaben jedoch gerecht werden zu können, müssen die Kindertageseinrichtungen personell, fachlich und strukturell der Aufgabe entsprechend ausgestattet werden.

Leider haben sich die dazu notwendigen Rahmenbedingungen für die Kitas im Saarland nicht im erforderlichen Maße mit entwickelt. Zwar wurde viel in den quantitativen Ausbau investiert, der Rahmen für die Qualitätssicherung und -weiterentwicklung blieb aber unverändert oder wurde sogar beschnitten.

Anstelle einer dringend notwendigen qualitativen Verbesserung des Kita-Bereichs ist seit Jahren eine schleichende Abnahme der Qualität festzustellen, so Reimann-Matheis. Insgesamt gehe zwar viel Geld in die Kindertagesstätten, hauptsächlich aber um zusätzliche Kita-Plätze zu schaffen und nicht um die Qualität zu verbessern.
Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Saarland hat ihre Forderungen hierzu konkretisiert und in einem Positionspapier ausgeführt.

Reimann-Matheis warnt: „Wenn die Kitas weiterhin ihren Auftrag Erziehung, Bildung und Betreuung erfüllen sollen, dann müssen sie durch die Politik Unterstützung erfahren, insbesondere auch durch mehr Finanzressourcen. Sonst besteht schlicht die Gefahr, dass der Kita-Bereich über kurz oder lang kollabiert. Der quantitative Ausbau hat stattgefunden, leider zum Teil zu Lasten der Qualität. Statt fünf sind jetzt sechs Krippenkinder einer Bezugsperson zuordnet. Der Betreuungsauftrag mag dadurch gewährleistet sein, der Bildungs- und Erziehungsauftrag ist es nicht mehr."

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege hat in der Woche vor den Herbstferien (12.-16. Oktober) saarländische Landespolitiker eingeladen, sich vor Ort ein Bild vom Alltag in den saarländischen Kindertagesstätten zu machen. Dazu wurde Anfang September allen Mitgliedern des Landtags eine persönliche Einladung einer wohnortnahen Kindertagesstätte zugesandt.

Reimann-Matheis: „Wir erwarten von dieser Hospitationswoche ein besseres Verständnis der Politik für die Belastung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine Unterstützung unserer Forderungen nach mehr Qualität in den saarländischen Kindertagesstätten."

Das Positionspapier der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar finden Sie hier.

Pressekonferenz Kita

Erläuterten in einer Pressekonferenz die Eckpunkte der LIGA-Forderungen zur Qualitätsverbesserung (von links): Wolfgang Krause (Paritätischer Wohlfahrtsverband, Angela Thelen (Caritasverband), LIGA-Vorsitzende Ines Reimann-Matheis (AWO), Pfarrer Udo Blank und Annette Burkhardt-Walsch (Diakonisches Werk)

 


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